...ist ein kleiner tiefschwarzer Ring an meiner linken Hand. Der rechte Ringfinger ist ja belegt. ;)
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| Der Tucum-Ring aus Brasilien |
Ich trage wenig Schmuck: Zwei einfache Ohrstecker, meinen Ehering und meine silberne Taube an einer Silberkette, die ich von meinem Mann zur Hochzeit geschenkt bekommen hatte.
Und bis auf die Ohrstecker hat jedes Schmuckstück eine Bedeutung!
Mein Ehering ist klar: Der steht für meine Ehe mit meinen Mann seit 2005. ;)
Die Silbertaube: Sie steht für den Heiligen Geist und meinen Glauben, meinen katholischen Glauben. Ich trage nicht wie andere ein Kreuz, sondern entschied mich bewusst für die Taube. Die erste Taube brachte mir mein Mann aus dem Kloster Beuron mit. Sie war auch Silber und hatte ein weißes Polster. Zu der Zeit war ich noch nicht getauft, las viel u.a. auch das Buch "Komm, Schöpfer Geist - Betrachtungen zum Hymnus Veni Creator Spiritus" von Raniero Cantalamessa. Das Buch enthält ein Porträt des Heiligen Geistes, was mich faszinierte und prägte. Es war mitentscheidet darüber, dass ich diese Taube trage.
Aber warum nun dieser schwarze Ring?
Seit Dienstag findet in der katholischen Gemeinde Hoppenwalde, Ueckermünde, Torgelow eine Glaubenswoche zum Jahr des Glaubens mit fünf Franziskanerinnen aus Salzkotten statt. Gestern war ich beruflich mit dabei, als sie in der Kirche Torgelow einen ökumenischen Abend zur franziskanischen Spiritualität durchführten.
Es ging also um das Leben von Franz von Assisi, der mit 21 Jahren bekehrt wurde, sich gegen die Ständeordnung des Mittelalters auflehnte, alles als Schöpfung Gottes ansah und sich aktiv für den Dialog ohne Gewalt einsetzte.
Die Franziskanerinnen hatten dann für alle Geschenke dabei:
- Meditationstexte zum Sonnengesang des Franz von Assisi
- Eine bunt bemalte Streichholzschachtel mit einen Bibelvers - Ich habe eine gelbe gewählt, auf der steht:
"Mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht." (Ps. 18,2)
- Und eben die kleinen schwarzen Ringe, Tucum-Ringe, gefertigt von Frauen in Brasilien aus den Nüssen der Tucum-Palme.
Schon die Tupi-Indianer des Amazonas fertigten aus den Nüssen Ringe und steckten sie Kranken an die Finger, in der Hoffnung auf Genesung. Die Tucumpalme gilt im Nordosten Brasiliens als Symbol des Durchhaltens in den Trockenzeiten. Sie ist zäh, aus ihren Fasern werden Hängematten und Fischernetze hergestellt. Die Frucht schmeckt tropisch-frisch mit einem hohen Ölgehalt.
Noch heute entstehen aus den Nüssen Ringe. Je einer aus einer Nuss! Frauen pflücken die Früchte und bearbeiten die Nüsse zu einem Ring. Je Ring dauert es eine Stunde. Sie bessern sich damit ihren kargen Lebensunterhalt auf.
Doch der Tucum-Ring ist nicht nur handgefertigtes Schmuckstück. Nein, er soll ein Zeichen der Solidarität mit den Armen in Brasilien und auf der ganzen Welt sein! Deshalb wird er in Brasilien auch "alianca", was "Bund" heißt, genannt.

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