…oder wie wichtig ist die
Selektion von Informationen.
Für einen guten Beitrag, sei es
in einem Printmedium oder auf einer Internetseite, muss ich gründlich
Recherchieren. Eine gute Recherche von Informationen dauert je nach Länge und
Tiefe eines Textes zirka eine halbe bis eine Stunde - bei intensiven Reportagen
natürlich mehr. Ich selektiere schon routinemäßig meine Quellen, derer ich mich
bediene.
Wenn ich zum Beispiel ein
Statement eines Politikers habe zu einem bestimmten gesellschaftspolitischen
Thema, schaue ich mir an, was andere zu diesem Thema gesagt haben, auch
gegensätzliche politische Meinungen. Ich bediene mich da vornehmlich der Onlineauftritte
der Zeitungen oder der Politiker, der Parteien. Das sind Grundlagen, die mir
helfen, das Statement einzuschätzen. Meist fallen Social Medien dabei hinten
runter.
Doch mehr und mehr komme ich
nicht drum rum, auch twitter, facebook und google+ mit einzubeziehen. Doch
nicht jeder Post, nicht jeder tweet, ist für meine Recherche relevant. Bei
twitter ist es einfach: Wenn ich einen Hashtag zum Thema habe, benutze ich
einfach die Twittersuche und selektiere automatisch die Ergebnisse. Ich überfliege
und wenn ein tweet interessant erscheint, schau ich mir den Link dahinter
genauer an…und wenn eine Reaktion aus beruflicher Sicht nötig ist, dann
reagiere ich auch. Wobei die Reaktion auf einen google+-Beitrag einfacher ist
als eben bei twitter, wo jeder über alles zwitschern kann.
Aber privat sieht es anders aus…
Würde ich alles lesen, was zum
Beispiel derzeit über das Thema Sexismus in Deutschland geschrieben wird in den
Weiten des www unter dem Hashtag Aufschrei, würde mein Kopf laut schreien: „Zu
viel zu viel! Ich gebe auf! Error!!“ Denn mein Kopf ist kein PC mit
größtmöglicher Speicherkapazität. Mein Kopf gehört mir, einem Menschen, der im
Alltag einfach mal noch andere Dinge zu tun hat, als ständig alles zu
bestimmten Themen mitzulesen. Mein Leben findet nicht im www statt…
Gerade wenn ein Thema wie das
obige im Social Web so richtig hochkocht, versuche ich nur grundlegende Quellen
zu finden. Dazu gehört an dem Beispiel der Stern-Artikel, der Blogbeitrag von
Yasmina Banaszczuk und
der vorher im Spiegel am 14. Januar 2013 publizierte Text von Annett Meiritz
„Wie ich die Frauenfeindlichkeit der Piratenpartei kennenlernte“. Ich werde
dann auch in anderen Medien, vornehmlich dem TV, mit diesem Thema konfrontiert
und bilde mir dann daraus meine Meinung als Privatperson. Weil ich eben nicht
darüber schreibe, ist dann eine gründliche Recherche für mich nicht nötig. Ich
muss nicht jeden Hashtag auf twitter und jeden Post auf facebook oder google+
dazu lesen. Und ich will es auch nicht…
Es strömen im Arbeitsalltag schon
so viele Informationen, Meinungen, Sichtweisen auf mich ein, dass ich mich im
Privatleben zwar gerne informiere, damit ich mir eine eigene Meinung bilden
kann, aber ich muss mich nicht umfangreich informieren, um das zu tun! Von
daher, ja, ich lese auch im Social Web Links von „Freunden“ und Tweets, die
diejenigen schicken, mit denen ich vernetzt bin. Aber ich recherchiere nicht
umfangreich und lasse mich nicht auf alle Meinungen ein. Das ist wohl eine Art
Selbstschutz vor Überlastung meines Kopfes, welchen ich mir gerne weiterhin
erhalten will! ;)
Meinungsaustausch ist natürlich
auch ein bedeutender Bestandteil der Social Medien. Hier wähle ich privat aus,
wie ich meine Meinung kundtue, ob ich einen kurzen Text bei facebook oder
google+ als Status hinterlasse und wer diesen sehen kann – öffentlich,
„Freunde“, wirkliche Freunde - oder ob
ich mich in einer Gruppe/einer Community zu einem Thema äußere. Manchmal
entsteht dann auch ein Blogbeitrag hier in meinem privaten Blog…

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