Freitag, 1. Februar 2013

Das große Durcheinander im Social Web…



…oder wie wichtig ist die Selektion von Informationen.



Für einen guten Beitrag, sei es in einem Printmedium oder auf einer Internetseite, muss ich gründlich Recherchieren. Eine gute Recherche von Informationen dauert je nach Länge und Tiefe eines Textes zirka eine halbe bis eine Stunde - bei intensiven Reportagen natürlich mehr. Ich selektiere schon routinemäßig meine Quellen, derer ich mich bediene. 


Wenn ich zum Beispiel ein Statement eines Politikers habe zu einem bestimmten gesellschaftspolitischen Thema, schaue ich mir an, was andere zu diesem Thema gesagt haben, auch gegensätzliche politische Meinungen. Ich bediene mich da vornehmlich der Onlineauftritte der Zeitungen oder der Politiker, der Parteien. Das sind Grundlagen, die mir helfen, das Statement einzuschätzen. Meist fallen Social Medien dabei hinten runter. 


Doch mehr und mehr komme ich nicht drum rum, auch twitter, facebook und google+ mit einzubeziehen. Doch nicht jeder Post, nicht jeder tweet, ist für meine Recherche relevant. Bei twitter ist es einfach: Wenn ich einen Hashtag zum Thema habe, benutze ich einfach die Twittersuche und selektiere automatisch die Ergebnisse. Ich überfliege und wenn ein tweet interessant erscheint, schau ich mir den Link dahinter genauer an…und wenn eine Reaktion aus beruflicher Sicht nötig ist, dann reagiere ich auch. Wobei die Reaktion auf einen google+-Beitrag einfacher ist als eben bei twitter, wo jeder über alles zwitschern kann.

Aber privat sieht es anders aus…


Würde ich alles lesen, was zum Beispiel derzeit über das Thema Sexismus in Deutschland geschrieben wird in den Weiten des www unter dem Hashtag Aufschrei, würde mein Kopf laut schreien: „Zu viel zu viel! Ich gebe auf! Error!!“ Denn mein Kopf ist kein PC mit größtmöglicher Speicherkapazität. Mein Kopf gehört mir, einem Menschen, der im Alltag einfach mal noch andere Dinge zu tun hat, als ständig alles zu bestimmten Themen mitzulesen. Mein Leben findet nicht im www statt…


Gerade wenn ein Thema wie das obige im Social Web so richtig hochkocht, versuche ich nur grundlegende Quellen zu finden. Dazu gehört an dem Beispiel der Stern-Artikel, der Blogbeitrag von Yasmina Banaszczuk und der vorher im Spiegel am 14. Januar 2013 publizierte Text von Annett Meiritz „Wie ich die Frauenfeindlichkeit der Piratenpartei kennenlernte“. Ich werde dann auch in anderen Medien, vornehmlich dem TV, mit diesem Thema konfrontiert und bilde mir dann daraus meine Meinung als Privatperson. Weil ich eben nicht darüber schreibe, ist dann eine gründliche Recherche für mich nicht nötig. Ich muss nicht jeden Hashtag auf twitter und jeden Post auf facebook oder google+ dazu lesen. Und ich will es auch nicht…


Es strömen im Arbeitsalltag schon so viele Informationen, Meinungen, Sichtweisen auf mich ein, dass ich mich im Privatleben zwar gerne informiere, damit ich mir eine eigene Meinung bilden kann, aber ich muss mich nicht umfangreich informieren, um das zu tun! Von daher, ja, ich lese auch im Social Web Links von „Freunden“ und Tweets, die diejenigen schicken, mit denen ich vernetzt bin. Aber ich recherchiere nicht umfangreich und lasse mich nicht auf alle Meinungen ein. Das ist wohl eine Art Selbstschutz vor Überlastung meines Kopfes, welchen ich mir gerne weiterhin erhalten will! ;)


Meinungsaustausch ist natürlich auch ein bedeutender Bestandteil der Social Medien. Hier wähle ich privat aus, wie ich meine Meinung kundtue, ob ich einen kurzen Text bei facebook oder google+ als Status hinterlasse und wer diesen sehen kann – öffentlich, „Freunde“, wirkliche Freunde -  oder ob ich mich in einer Gruppe/einer Community zu einem Thema äußere. Manchmal entsteht dann auch ein Blogbeitrag hier in meinem privaten Blog…

So wie diesmal zum Webmasterfriday

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