„Bloggen heißt schreiben. Klar,
ein paar Bilder und oder Videos und Links lockern hoffentlich den Artikel auf.
Aber der Kern des Bloggens liegt in aneinander gereihten Wörtern – oder eben
dem, was zwischen den Zeilen steht. Wer beim Bloggen erfolgreich sein
möchte, sollte gut schreiben. Aber was ist das – “gut
schreiben“?“ das ist die Frage des diesjährigen ersten Webmasterfriday
und ich mache das erste Mal mit. Deshalb nehmt bitte Rücksicht!
Gut schreiben hat für mich
wesentlich mit der Zielgruppe zu tun. Hier, in meinem privaten Blog, schreibe
ich anders als auf der Internetseite meines Arbeitgebers und hier wie dort
wieder anders als in Berichten, Reportagen und Artikel für
unterschiedliche christliche Printmedien aus Vorpommern. Die Zielgruppe steht
eben immer im Vordergrund! Bei den Zeitschriften und Wochenzeitungen sind es
meist christliche Leser, beim BVSI freiberufliche IT-Experten und hier jeder,
der auf dieses Blog kommt.
Dennoch muss das Handwerk erkennbar
sein, gerade beim beruflichen Texten. Sowohl on- als auch offline orientiere
ich mich hier am journalistischen Handwerkszeug. Ein Bericht ist eben kein
Kommentar und eine Reportage darf auch mal persönlich gefärbt sein, sollte
dennoch neutral gehalten werden. Hier im privaten Blog schreibe ich aber über
meine Welt, die kleinen Alltagsgeschichten, die so passieren. Meist sind die
Texte eher wie Briefe an Euch, Ihr Leser, formuliert. Manchmal auch wie eine
Nachricht, wenn es mir passend erscheint und ich möglichst neutral bleiben
will. Wenn ich hingegen eine Rezension schreibe, muss ich das Buch auch
wirklich gelesen haben.
Lügen oder Vortäuschen falscher
Tatsachen geht nicht. Der Text muss glaubwürdig klingen. Womit wir auch schon
bei einem sehr wichtigen Thema sind: Die Recherche. Mag sein, dass ich noch aus
einer alten Schule stamme, aber mir wurde seit ich journalistisch tätig bin
(seit 2004) immer wieder eingebläut: Gute Recherche ist oberstes
Gebot. Ohne diese sollte nicht angefangen werden auch nicht bei
Meinungsartikeln. Falschaussagen gehen aus meiner Sicht gar nicht, obwohl ich
ja weiß, dass es die eine große Wahrheit nicht gibt. Wahrheit ist immer
subjektiv gefärbt! Zudem bin ich vor falschen Aussagen auch nicht sicher. Dennoch:
Die Recherche muss vorm Schreiben gemacht werden, dann gerät man beim Texten
nicht ins Straucheln. Gute Recherche und das – wenigstens im Kopf – Darlegen
der Argumente helfen beim Formulieren.
Bei der Makroform waren wir ja
schon. Aber auch die Mikroform sozusagen sollte gut sein: Ich hasse lange
Sätze! Sie verwirren bloß und tragen wenig zur Unterhaltung bei. Lieber kurz,
knapp, präzise. Ich liebe Zitate gerade von Menschen, die unmittelbar am
Geschehen dran sind, und auch – gerade fürs Corporate Blog – von Experten. Denn
ich kann als Journalistin nicht alles wissen. Ich bin nicht allwissend und will
es auch nicht sein. Synonyme und Umschreibungen sind ebenfalls wichtig. Nichts
ist schlimmer, als dass in zwei nacheinander folgenden Sätzen ein und dasselbe
Wort auftaucht.
Ein gut geschriebener Text muss
mich packen und – ja auch immer noch – mir das „Aha“-Erlebnis bringen, den
Gedanken: „Oh, so habe ich das ja noch nicht gesehen!“ oder „Mensch, das wusste
ich ja noch nicht!“ oder aber: „Da habe ich etwas dazu gelernt!“ Ich habe hohe
Ansprüche an Texte, die ich lese. Ich versuche diese auch an meine Texte
anzulegen, bevor sie veröffentlicht werden. Beruflich gelingt es mir schon ganz
gut. Privat hier im Blog übe ich noch ein wenig! ;)
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