Freitag, 4. Januar 2013

Was ist "gut schreiben"?



„Bloggen heißt schreiben. Klar, ein paar Bilder und oder Videos und Links lockern hoffentlich den Artikel auf. Aber der Kern des Bloggens liegt in aneinander gereihten Wörtern – oder eben dem, was zwischen den Zeilen steht. Wer beim Bloggen erfolgreich sein möchte, sollte gut schreiben. Aber was ist das – “gut schreiben“?“ das ist die Frage des diesjährigen ersten Webmasterfriday und ich mache das erste Mal mit. Deshalb nehmt bitte Rücksicht! 

Gut schreiben hat für mich wesentlich mit der Zielgruppe zu tun. Hier, in meinem privaten Blog, schreibe ich anders als auf der Internetseite meines Arbeitgebers und hier wie dort wieder anders als in Berichten, Reportagen und Artikel für unterschiedliche christliche Printmedien aus Vorpommern. Die Zielgruppe steht eben immer im Vordergrund! Bei den Zeitschriften und Wochenzeitungen sind es meist christliche Leser, beim BVSI freiberufliche IT-Experten und hier jeder, der auf dieses Blog kommt. 

Dennoch muss das Handwerk erkennbar sein, gerade beim beruflichen Texten. Sowohl on- als auch offline orientiere ich mich hier am journalistischen Handwerkszeug. Ein Bericht ist eben kein Kommentar und eine Reportage darf auch mal persönlich gefärbt sein, sollte dennoch neutral gehalten werden. Hier im privaten Blog schreibe ich aber über meine Welt, die kleinen Alltagsgeschichten, die so passieren. Meist sind die Texte eher wie Briefe an Euch, Ihr Leser, formuliert. Manchmal auch wie eine Nachricht, wenn es mir passend erscheint und ich möglichst neutral bleiben will. Wenn ich hingegen eine Rezension schreibe, muss ich das Buch auch wirklich gelesen haben. 

Lügen oder Vortäuschen falscher Tatsachen geht nicht. Der Text muss glaubwürdig klingen. Womit wir auch schon bei einem sehr wichtigen Thema sind: Die Recherche. Mag sein, dass ich noch aus einer alten Schule stamme, aber mir wurde seit ich journalistisch tätig bin (seit 2004) immer wieder eingebläut: Gute Recherche ist oberstes Gebot. Ohne diese sollte nicht angefangen werden auch nicht bei Meinungsartikeln. Falschaussagen gehen aus meiner Sicht gar nicht, obwohl ich ja weiß, dass es die eine große Wahrheit nicht gibt. Wahrheit ist immer subjektiv gefärbt! Zudem bin ich vor falschen Aussagen auch nicht sicher. Dennoch: Die Recherche muss vorm Schreiben gemacht werden, dann gerät man beim Texten nicht ins Straucheln. Gute Recherche und das – wenigstens im Kopf – Darlegen der Argumente helfen beim Formulieren. 

Bei der Makroform waren wir ja schon. Aber auch die Mikroform sozusagen sollte gut sein: Ich hasse lange Sätze! Sie verwirren bloß und tragen wenig zur Unterhaltung bei. Lieber kurz, knapp, präzise. Ich liebe Zitate gerade von Menschen, die unmittelbar am Geschehen dran sind, und auch – gerade fürs Corporate Blog – von Experten. Denn ich kann als Journalistin nicht alles wissen. Ich bin nicht allwissend und will es auch nicht sein. Synonyme und Umschreibungen sind ebenfalls wichtig. Nichts ist schlimmer, als dass in zwei nacheinander folgenden Sätzen ein und dasselbe Wort auftaucht. 

Ein gut geschriebener Text muss mich packen und – ja auch immer noch – mir das „Aha“-Erlebnis bringen, den Gedanken: „Oh, so habe ich das ja noch nicht gesehen!“ oder „Mensch, das wusste ich ja noch nicht!“ oder aber: „Da habe ich etwas dazu gelernt!“ Ich habe hohe Ansprüche an Texte, die ich lese. Ich versuche diese auch an meine Texte anzulegen, bevor sie veröffentlicht werden. Beruflich gelingt es mir schon ganz gut. Privat hier im Blog übe ich noch ein wenig! ;)

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http://www.webmasterfriday.de/blog/was-ist-gut-schreiben




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