Ich habe zu Weihnachten einen Block geschenkt bekommen mit dem schönen Titel "Kritzelblock fürs Büro". Der liegt jetzt hier, eben daheim in meinem Büro, auf dem Schreibtisch. Die erste Seite seht Ihr oben und die wurde gerade heute Morgen benutzt.
Nachdem ich wirklich morgens den Weg aus meiner Küche mit meinem 0,5 l-Becher Kaffee in mein Büro gefunden hatte und die Rechner hochgefahren habe, brauchte ich doch einen Moment zum Durchatmen.
Ausreden und die eigene Motivation
Denn darum geht es hier: Um Ausreden, wie man sich vor der Arbeit drücken kann, obwohl man es doch endlich fertig bekommen muss. Es soll aber auch und hauptsächlich um die eigene Motivation gehen!
Denn ich selber bin gerade in einem kreativen Loch...oder so ähnlich...mir fehlt ein wenig die Power Neues anzugehen.
Zum einen ist das letzte Jahr gerast!!! Ich habe es revü passieren lassen und habe gesehen, dass es gerade beruflich gut lief: Viele Aufträge und dazu seit August eine Teilzeitstelle. Daneben dann natürlich die Familie, das Haus, der Alltag. Die Jungs sind wiedermal größer geworden, wichtige Entscheidungen wurden getroffen...und alles irgendwie viel zu schnell, scheinbar, dabei geht es wohl jedem so...Also: Positive Momente in Erinnerung rufen und sich daran auch erinnern, wie man zu diesen Moment gekommen ist...
Zum anderen konnte ich aber einen Auftraggeber nicht mehr halten. Aus wirtschaftlichen Gründen darf die Wochenzeitung für 2013 keine Freiberufler mehr nutzen. Dumm gelaufen für mich...Wie kann ich dem nun entgegen wirken? Ein neuer Auftraggeber muss demnach her...
Zudem bin ich auf der Suche nach neuen Themen. Themen, die gerade in der Nische (christliche Themen aus einer Region, in der es wenige Christen gibt), in der ich arbeite, rar sind. Da ist es immer wieder ein Kampf Neues aufzutun, Themen zu setzen und den Lesern nahe zu bringen...
Intrinsische und extrinsische Motivation
oder "Ich brauche Motivationskicks!!!"
Eine Freundin meinte mal: "Ist das Geld, welches du am Ende des Monats auf deinem Konto siehst, nicht Kick genug?" Ja, Geld ist mit ein Motivator, da hat sie Recht! Das nennt man dann extrinisische Motivation, weil das Ziel ausschlaggebend ist und nicht der Weg.
Nur reicht das in einer Freiberuflichkeit kaum aus!
Intrinsische Motivation sollte die Arbeit deshalb unterstützen!
Welche Faktoren sich da bewährt haben, zumindestens bei mir, lest Ihr hier:
Struktur ist alles
Es bedeutet ziemlich viel Disziplin genau das durchzuhalten: Seine Tagesabläufe zu strukturieren, Termine, Themen, Ziele monatlich einplanen und auch täglich Pausen mit zu bedenken. Zunächst haben wir in der Familie uns das ganze Jahr angesehen. Welche Termine sind bei mir fix, welche bei meinem Mann, was steht bei den Kindern an, wann ist Urlaub geplant? Mit diesem Jahresgerüst kann ich nun arbeiten. Eine Makrostruktur sozusagen, damit mir nichts entgeht, privat wie beruflich. Dann noch die Mikrostruktur: Jeden Sonntagabend setzte ich mich hin und schaue, was in der kommenden Woche alles erledigt werden muss und ich setzte mir Termine und mache mir eine Liste. Ich mag Listen und jeder durchgestrichener Punkt zeigt mir, dass ich etwas geschafft habe!
Wobei wir dann schon beim zweiten Punkt sind:
Wobei wir dann schon beim zweiten Punkt sind:
Innere Deadlines strukturieren längerfristige Aufträge
Ein Tipp, dem ich jeden geben kann, der selbständig ist: Setzt Euch Deadlines!
Ich setzte mir immer Deadlines. Zum einen bin ich es durch die journalistische Arbeit gewöhnt (zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchen meine Auftraggeber nunmal ihre Texte und Fotos), zum anderen hilft der Druck, der dabei entsteht, zielgenau zu arbeiten. Deadlines gelten für Blogtexte genauso wie für größere Projekte als auch außerberufliche Termine. Und ganz wichtig: Sie werden nicht verschoben! Also, plant sie so, dass sie auch eingehalten werden können.
Erfolge müssen gefeiert werden
Nein, ich belohne mich nicht für jede Mail, die ich geschrieben habe, für jeden Artikel, der fertig wurde. Aber ja: Erfolge müssen gefeiert werden und sei es nur, indem ich mir etwas gönne wie einen Abend in der Kulturbar oder das tolle Oberteil, was super zu meinem Rock passt und beim nächsten Meeting gleich die neue Garderobe macht. Kleine Belohnungen helfen mir einfach weiter zu machen. Eine kleine Belohnung ist da auch schon mein tägliches Mittagessen, was ich mir meist frisch hier zubereite.Abschalten und Entspannen
Die Zubereitung des Mittags ist für mich auch ein Punkt zum Abschalten. In dem Moment muss ich nicht über Texte, Sätze und Wörter nachdenken. In dem Moment ist das Essen und Genießen an der Reihe. Das gilt auch für abends oder am Wochenende, wenn kein Termin ist. Dann ist die Familie dran! Da wird dann mal nicht gearbeitet, sondern den Jungs zugehört und gespielt. Entspannung vom Kopfdenken ist angesagt. Ich gebe zu, an diesen Punkt muss ich noch viel arbeiten, denn in Gedanken bin ich oft noch bei meiner Arbeit. Aber auch hier hilft wieder Disziplin und das Leben in gerade diesem Moment. Zur Entspannung gehören bei mir auch meine kleinen Belohnungen, wie oben schon erwähnt: Theaterbesuche, Lesungen, Konzerte - Da ist mein Kopf mal frei und das hilft, um dann wieder durchzustarten. Aber auch ein Kaffee mit Freunden oder ein längeres Telefonat mit einer lieben Freundin wie am letzten Freitag: Einfach mal zuhören, reden, lachen!Gelassen bleiben
Bei all dem Druck als Freiberufler sollte man sich deshalb nie aus den Augen verlieren. Job und Karriere ist nicht alles. Vielleicht ist das ja ein Merkmal meiner Generation, gehöre ich doch zu der viel beschriebenen Generation Y, die nicht die Karriere an erster Stelle zu stehen hat. Vielleicht bin ich es auch nur selber, die gelernt hat und bis heute immer wieder lernt gelassen zu bleiben. Ich brauche nicht verzweifeln, weil ich einen Auftraggeber weniger habe. Ich weiß, was ich kann und ich weiß auch, dass sich ein neuer Weg öffnen wird. Von daher bin ich nicht übervorsichtig oder überbesorgt. Ich übe mich in Gelassenheit, denn das letzte Jahr hat mir gezeigt, dass ich es kann die Freiberuflichkeit!
Und gerade deshalb gehe ich jetzt endlich mal an meine Arbeit! :)


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