Dienstag, 22. November 2011

Small Country von Nick Hornby - Buchtipp



Wenn eine Mutter durch eine gemeine Nachbarin erfährt, dass ihr Sohn Pornostar ist - Wenn ein Junge plötzlich in einer Fußballnationalmannschaft spielen muss, obwohl er diesen Sport hasst, weil sein Dorf das kleinste Land der Welt ist - Wenn ein Jugendlicher das Fernsehprogramm der Zukunft mit seinem Videorecorder sehen kann und sich entschließt sein Leben im Jetzt zu leben - Wenn ein ehemaliger Türsteher ein auf den zweiten Blick konfliktreiches Kunstwerk bewacht und beginnt sich mit der Kunst zu identifizieren: 

Dann sind wir mitten in der Welt des britischen Autors Nick Hornby. Seine scheinbar naiven Charaktere erleben in den vier Kurzgeschichten, die nun in dem Buch „Small Country“ bei Kiepenheuer & Witsch erschienen sind, ungewöhnliche Situationen. Ihr Leben wird durch Dritte, Zufall oder Schicksal auf den Kopf gestellt und alle vier versuchen es mit mehr oder weniger Erfolg wieder auf die Beine zu stellen. 

Gleichzeitig hält uns Hornby mit trockenem Humor einen Spiegel vor: Wie würden wir mit Ausnahmezuständen umgehen? Sind diese Situationen überhaupt Ausnahmezustände oder nur der ganz alltägliche gesellschaftliche Wahnsinn? Hornby zeigt in gekonnter Manier wie in seinen Romanen („About a boy“, „High Fidelity“, „A long way down“ oder „Ho tob e good“), wie man das Beste aus unmöglichen Situationen machen kann. 

Während die letzte Kurzgeschichte des Buches „NippleJesus“ in der Übersetzung von Clara Drechsler und Harald Hellmann schon 2001 in Deutschland erschien, sind die drei weiteren Geschichten Erstübersetzungen von Ulrich Blumenbach. Dieser versteht es gekonnt Hornbys typischen britischen Blick in unsere Sprache zu übertragen. 

Wer trockenen aber realitätsnahen Humor mag, wird die Kurzgeschichten des 1957 geborenen Autors Nick Hornby lieben! Gleichzeitig ist das Buch ein idealer Einstieg in seine Welt: Der Leser will mehr von ihm lesen, wozu sich seine Romane anbieten. 
                  „Small Country“ von Nick Hornby erschien 2011 bei Kiepenheuer & Witsch

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