Wenn eine Mutter durch eine gemeine Nachbarin erfährt,
dass ihr Sohn Pornostar ist - Wenn ein Junge plötzlich in einer Fußballnationalmannschaft
spielen muss, obwohl er diesen Sport hasst, weil sein Dorf das kleinste Land
der Welt ist - Wenn ein Jugendlicher das Fernsehprogramm der Zukunft mit seinem
Videorecorder sehen kann und sich entschließt sein Leben im Jetzt zu leben - Wenn
ein ehemaliger Türsteher ein auf den zweiten Blick konfliktreiches Kunstwerk bewacht
und beginnt sich mit der Kunst zu identifizieren:
Dann sind wir mitten in der Welt
des britischen Autors Nick Hornby. Seine scheinbar naiven Charaktere erleben in
den vier Kurzgeschichten, die nun in dem Buch „Small Country“ bei Kiepenheuer
& Witsch erschienen sind, ungewöhnliche Situationen. Ihr Leben wird durch
Dritte, Zufall oder Schicksal auf den Kopf gestellt und alle vier versuchen es mit
mehr oder weniger Erfolg wieder auf die Beine zu stellen.
Gleichzeitig hält uns
Hornby mit trockenem Humor einen Spiegel vor: Wie würden wir mit
Ausnahmezuständen umgehen? Sind diese Situationen überhaupt Ausnahmezustände
oder nur der ganz alltägliche gesellschaftliche Wahnsinn? Hornby zeigt in
gekonnter Manier wie in seinen Romanen („About a boy“, „High Fidelity“, „A long
way down“ oder „Ho tob e good“), wie man das Beste aus unmöglichen Situationen
machen kann.
Während die letzte Kurzgeschichte des Buches „NippleJesus“ in der
Übersetzung von Clara Drechsler und Harald Hellmann schon 2001 in Deutschland
erschien, sind die drei weiteren Geschichten Erstübersetzungen von Ulrich
Blumenbach. Dieser versteht es gekonnt Hornbys typischen britischen Blick in
unsere Sprache zu übertragen.
Wer trockenen aber realitätsnahen Humor mag, wird
die Kurzgeschichten des 1957 geborenen Autors Nick Hornby lieben! Gleichzeitig
ist das Buch ein idealer Einstieg in seine Welt: Der Leser will mehr von ihm
lesen, wozu sich seine Romane anbieten.
„Small
Country“ von Nick Hornby erschien 2011 bei Kiepenheuer & Witsch
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